Kaiseraugster Notizen
Visionen oder Strategie in Beton?Von Meinrad Schmid, 22. September 2009 – 23:00
Als ehemaliges Mitglied der Gemeinderates wurde der Autor, anlässlich der Sportplatzeinweihung Liner gefragt, ob er Kenntnis von Gerüchten hätte, dass einige der restlichen unüberbauten Flächen zwischen Sportplatz und Autobahn in Wohngebiete umgewandelt werden sollten. Die Frage traf den Schreibenden wie ein "Faustschlag". Handelt es sich doch um DIE Freiflächen, welche für ein derart eng überbautes Wohngebiet notwendig sind, um den Menschen das Gefühl von Wohnqualität zu geben. Der Gemeinderat darf Ideen wälzen wie der letzte grüne Fleck unserer Gemeinde zu betonieren sei, denn sie, die Mehrheit der Gemeinderäte, wohnen schön und gediegen im Dorf in Einfamilienhäusern mit viel Ruhe und Natur. Die Frage wäre, ob solche Pläne im Interesse unserer Einwohnerschaft sein können?
Die alternativen Vorschläge des Autors: eine Terassensiedlung an der Lienerthalde mit Blick auf die Autobahn! Oder ein Kaiseraugster "Bruderholz" auf dem Plateau des Zelglihofs "uf em Berg". Also die 50-jährigen Pläne von damals aktivieren! Diese Parzellen könnten als Sonderzone für Besserverdienende reserviert und mit entsprechenden Pauschal-Steuerabkommen angeboten werden!
- 6.0
- | Kategorie: Lokalpolitik
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Visionen oder Strategie in Beton?
Kürzlich, während der grossen Sommerhitze fand man in Kaiseraugst nördlich der Bahnlinie schattige Plätzchen, grüne Wiesen, Bänklein zum Ruhen.
Hier im Römergarten wohnen wir im Ödland zwischen Stein und Geröll. Kein Schatten weit und breit, keine grüne Wiese, die nicht eingezäunt wäre. Kein lebendiger Treffpunkt, kein Freiraum für gesellschaftliches Zusammensein etc. Wir haben keinen einzigen Ort mit einem Schattenbaum oder einer Bank, wo man sich mal setzen könnte, um mit einem Nachbarn ein paar Worte zu wechseln.
Ein Beizlein für ein Bierchen oberhalb der Bahnlinie gibt es auch nicht mehr seit der Schliessung des Tennisbeizleins. Der Violahof döst vor sich hin, Alte haben da nichts zu suchen.
Das regelmässige Pferdegetrappel von den vorbeitrottenden Pferden aus dem Hof Schmid ist das Einzige, das hier wenigstens akustisch irgendwie an ein lebenswertes Leben erinnert.
Ich frage mich deshalb, wer wäre der grosse Gewinner einer Totalüberbauung? Wer kann ein Interesse daran haben, den letzten grünen Zentimeter auch noch zu verbauen? Wie sollen Menschen das aushalten?
Wäre es nicht sinnvoller, uns, den jetzigen Einwohnern südlich der Bahnlinie ein wenig entgegen zu kommen mit der Schaffung eines lebenswerten Umfeldes? Die Lage wäre keinesfalls so schlecht, wenn man gewillt wäre, das Umfeld zu überdenken.
Was nützt es der Gemeinde, wenn die Leute weg ziehen? Einwohner sollten sich identifizieren können mit ihrem Wohnort. Nur zufriedene Einwohner nehmen auch ihre politischen Pflichten wahr oder engagieren sich sonstwie für die Allgemeinheit.