Kaiseraugster Notizen
Natur in Kaiseraugst - die VorsorgerVon Meinrad Schmid, 09. November 2008 – 15:00
Vor 25 Jahren wurde sich der Gemeinderat Kaiseraugst bewusst, das mit dem sich abzeichnenden Verschwinden der Kulturlandflächen zwischen Liebrüti und Hard neue Lebensräume für Tiere und Mensch geschaffen werden mussten. Mit dem Wegfallen von Gehölzen, Hecken, Hochstammbäumen und anderen Lebensräumen würde die Landschaft verarmen und nicht mehr lebenswert sein. Zusammen mit dem Ortsplaner, Ökologen, Grünplanern und der Industrie wurden Konzepte entwickelt, die für künftige Generationen von Bewohnern und Mitarbeitern eine Umgebung mit positiver Lebensqualität schaffen sollten. Im Verlauf der letzten 15 Jahre bildete diese Richtplanung die Basis der Umgebungsgestaltung einiger Wohnüberbauungen und der Industrie. Wertvolle Biotope und Lebensräume wurden geschaffen. Trotzdem, der Verlust und die Transformation der ländlichen Umgebung für viele schmerzhaft. Diese gemeinsame Anstrengungen und Ziele von Gemeinde und Bauherren wurden nun jäh durchbrochen durch die Planer resp. Gartenarchitekten der neuen Überbauung Römergarten. Schon bei der Präsentation der ersten Umgebungspläne im Jahr 2005 wurde bewusst, dass die verantwortlichen Planer kein oder zuwenig Verständnis für den ökologischen "Ur-Gedanken" der Gemeinde haben und hatten, nämlich "Lebensräume erhalten". Jetzt gibt es offenbar Unstimmigkeiten mit der gemeinderätlichen Naturschutzkommission beim Umsetzen des Grünkonzepts (BaZ 7.11.2008 - "Ein Tanz zwischen Ökologie und Industrie"). So vermisst der Gemeindeförster "standortgerechte und einheimische Bäume und Büsche für eine ökologisch wertvolle Umgebung (..Vögel schützen in Dorf und Stadt - SVS). Da mutet das Anpflanzen von Birken wie ein schlechter Scherz an. Birken gelten hierzulande als "Unkraut" und hinterlassen zwei Mal pro Jahr Blüten und Blätter in reichlichem Masse. Und nicht zuletzt, die Allergiker freuen sich während der Blütezeit auf den Pollenflug.
- 6.0
- | Kategorie: Lokalpolitik
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Natur in Kaiseraugst
- Von: ursula singh
- , 11. November 2008,
- 09:44
Man hat nicht nur die Käfer, Kröten und die Pollenallergiker vergessen, sondern auch die Anwohner und deren Bedürfnisse. Der zukünftige Park (ein Streifen von ein paar Metern) soll nun dazu dienen, alle Bedürfnisse zugleich zu befriedigen:
Wir Anwohner möchten gerne irgendwo etwas Natur und Grün mit Bänklein zum absitzen, die Kinder suchen sich einen bis anhin fehlenden richtigen Spielplatz, die Naturschützer hätten gerne ein durchgehendes Biotop, die zukünftigen Angestellten der Solvias einen Mittagspausenort, die McDonaldkunden einen Ort, wo sie ihr Gekauftes essen und die Hüllen wegwerfen können, die andern aus jener Konsum-Ecke, ein Plätzlein zum Lümmeln.
Dazu kommt, dass man einfach vergessen hat, dass die hier ankommenden Menschen nicht nur mit Kindern einziehen, sondern auch noch ihre Katzen mitbringen. Auf den Dächern sitzen schon die Elstern und die Krähen und warten auf Beute. Na, ja, so sieht Evolution eben aus.
Alles in allem also ein funktionierendes Gesamtkonzept.
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Natur in Kaiseraugst
... was ich noch sagen wollte: man hat die Bewohner der neuen Siedlung zu keiner Zeit informiert, auf was sie sich hier einlassen. Anstelle der unpassenden Birken hätten wir auch viel lieber Hecken und Büsche und etwas grün ums Haus gehabt. Die Roche hat's vorgemacht. So haben wir uns die Siedlung vorgestellt.
Man hätte lieber Auflagen für eine autofreie Umgebung gemacht (mehr unterirdische Parkplätze), Auflagen für stromsparende Haushaltgeräte.
Eine moderne Solaranlage auf unsern Dächern würde der Natur und uns allen mehr nützen als dieses gruusige, verrottende Heu, das bei jedem Wind samt Ungeziefer in unsere Wohnungen fliegt. Wer wird wohl eines Tages die verschissenen Fassaden reinigen? Wer wird das bezahlen? Die Mieter vermutlich, wer denn sonst. Es ist wahrhaftig eine doppelzüngige Moral, wenn man denen einen solchen Mist zumutet, die sich nicht wehren können.
Freuen wir uns an den Birken und den Autos und dem Kies rund ums Haus! Obama wird's vielleicht richten.